header_teymurWenn man sich die Teilnehmer auf den Fahrveranstaltungen und Events der Autohersteller anguckt, dann steht ein Name meist recht weit oben auf der Liste: Teymur Madjderey. Dabei ist der freundliche Kölner gar kein „echter“ Autoblogger. Mehr als 3 Zeilen zusammenhängenden Text habe ich von ihm bisher nicht gefunden. Also muss er ein anderes Kunststück können, um auf Seiten der Kfz-Hersteller so viel Sympathie und Relevanz zu erzeugen. Was sein Geheimnis ist, haben wir ihn im Rahmen unserer Interview-Reihe „Autoblogger des Monats“ einfach mal gefragt. Hier 10 sehr interessante Infos, Tipps und Insights und natürlich reichlich coole Bilder aus dem Fundus von Teymur:8015459958_4494806ec4_h1. Gleich mal mit der Tür in’s Haus: warum sollte jeder Autohersteller Dich auf seinen Veranstaltungen dabei haben?
Ich bin hauptberuflich Fotograf und die Fotografie ist meine größte Passion. Dazu kommt, das ich ein absoluter Petrolhead bin. Seit ich denken kann, habe ich Autos und das Fahren geliebt. Die Liebe für Autos teile ich sicherlich mit den meisten Autobloggern, aber ich kreiere einfach andere Geschichten. Qualitativ sicherlich auch andere Fotos. Das gute daran ist, das hier und da immer wieder schöne Kooperationen mit anderen Seiten, Autoren und so weiter entstehen.7092758563_353e590390_o2. Was passiert mit den Fotos? Und was hast Du am Ende des Tages von dieses zeitfressenden Events?
Erstens war es grade am Anfang immer eine sehr gute Möglichkeit, Zugang zu bekommen. Zu Autos und teilweise auch zu Locations, die man sonst nicht so sehen würde. Zweitens und mittlerweile viel wichtiger sind die Verbindungen, die sich auf solchen Events ergeben. Ob es andere Autoren und Fotografen sind, oder die direkten Kontakte bei den Herstellern.8580174507_0223b75f43_h3. Welche Veranstaltung ist Dir in bester Erinnerung?
Eindeutig der Besuch der Skywalker Ranch mit Mercedes-Benz im Rahmen der Signature-Sound Veranstaltung. Das war sicherlich eine perfekte Veranstaltung, weil zu allem anderen auch noch der innere Geek und riesige Star Wars Fan befriedigt und ein langjähriger Traum verwirklicht wurde. Daher eine super Kombination.6958246855_215e380fce_o4. Und was interessiert Dich als Motiv noch jenseits von Fahrzeugen?
Eindeutig Menschen. Mitunter das Interessanteste was man Fotografieren kann, jeder Mensch ist anders und wir haben so viele Möglichkeiten, ihren Charakter rauszuholen, oder ihnen einfach einen anderen zu geben, egal, ob es dokumentarisch ist oder man eine Fantasiewelt erschafft.
Autos zu fotografieren ist wundervoll durch die technischen Herausforderungen und das Vorgehen wie bei einem Schachspiel oder Puzzle. Wenn man Menschen Fotografiert, kann man viel organischer vorgehen und sich sozusagen dem Flow hingeben.6172913700_0b94f93057_o5. Gab’s mal ein Modell, von dem Dir einfach kein guter Shot gelungen ist? Das „schlimmste“ Beispiel wollen wir natürlich sehen…
Es ist sicherlich vorgekommen, das man nicht alles hinbekommt, wie man sich das gewünscht hat, was aber bisher immer nur ein Zeitproblem war und nicht am Auto lag.
Es ist ja ganz einfach. Von Brad Pitt und Angelina Jolie ein tolles Foto zu machen ist keine große Kunst, wobei man das natürlich auch versemmeln kann, aber da muss man sich schon sehr anstrengen, was falsch zu machen. Wenn Du jetzt aber von mir ein ebenso beeindruckend tolles Foto machen willst, naja… da muss man sich ggf. etwas mehr anstrengen, denn was vor der Kamera ist, hat halt auch sehr große Auswirkungen darauf, wie das Foto rüber kommt.
Und nicht das ich einen Trabbi nicht mögen würde, aber im vergleich zu einem Jaguar E-Type ist er ggf. schwieriger zu fotografieren, was aber eigentlich nur bedeutet, das man mehr Zeit mit dem Auto verbringen muss.5570880119_64689a1f34_o6. Und jetzt Dein Lieblingsmotiv, welches jeder Benzin-Junkie an der Wand hängen haben sollte. Mit kurzer Erklärung.
Puh… jetzt willst Du es aber auch wirklich wissen. Das ist wie mit den Lieblingsfilmen… für mich gibt es nicht den einen Wagen oder das eine Motiv. Aber mal so ganz spontan aus dem Bauch heraus würde ich drei Autos nennen. Eine 67er Corvette würde da sicher mit dabei sein. Des weiteren ein Lamborghini Miuara und zu guter letzt vielleicht noch wirklich ein Jaguar E-Type Coupe. Aber wie gesagt, es gibt da einfach zu viele tolle Autos.

Und wenn wir über meine Fotos reden wäre im Moment das Foto vom Jaguar F-Type mit dabei und eins vom 458 Italia. Wobei ich von den etwas roughen Fotos auch den 2011er Camaro in der Wüste mit dem ganzen Sand und Staub drauf sehr mag. Und da kommen bald sogar ein paar limitierte Drucke auf die Welt zu.8708594170_f0e44ab5bf_h7. Ich kann nicht wirklich fotografieren und stelle meine durchaus hochwertige Digi-Cam an Ende immer auf „Automatik“. Hast Du mal ne Handvoll Tipps – außer Instagram – um in Zukunft etwas mehr aus den Auto-Motiven herauszuholen?
Klar, sehr gerne. Als erstes ein genereller Fototip, um besser in das ganze Thema „Fotografie“ zu kommen: Stellt Eure Kamera einfach mal komplett auf Manuell, nicht unbedingt auf einem Job, aber mal Sonntag Nachmittags auf dem Weg zur Eisdiele. Schaut, was passiert, wenn man die Blende umstellt, oder was die Verschlusszeit macht. Die Lernkurve wird ziemlich steil sein. Ein weiterer Tip wäre Festbrennweite zu benutzen, also kein Zoom-Objektiv. Zoom-Objektive lassen uns faul werden und nicht überlegen, was wir da grade machen, wenn man mit den Füßen zoomt, also hin und her laufen muss, betrachtet man das ganze Thema mit der Zeit etwas anders.
Sofern man jetzt aber nicht das ganze auf sich nehmen möchte, sondern einfach nur vernünftige, technisch gute Fotos machen möchte, sollte man sich ggf. Überlegen, keine digitale Spiegelreflex zu kaufen. Es gibt viele gute Alternativen auf dem Markt, wo man etwas Einfluss hat, aber sich nicht total in die Materie einarbeiten muss. Als Beispiel die gesamten Micro Four/Thirds Systeme etc. oder sogar so etwas wie die Fuji X100s, mit einem festen Objektiv und leichter Bedienung.
Von der technischen Seite mal abgesehen sollte man versuchen, sich etwas Zeit zu nehmen, bevor man anfängt zu fotografieren. Unabhängig von Location oder Zeit. Wenn es nur eine Minute ist, alles auf sich wirken lassen, versuchen zu sehen, wie das Licht fällt, welche Form das Auto hat etc… und dann zu guter letzt was man wirklich zeigen möchte.7399981042_7d079c39d4_o8. Was fährst Du derzeit privat und gibt es noch einen automobilen Traum?
Im Moment fahre ich einen Land Rover Discovery Serie III, den ich nicht mehr missen möchte. Automobile Träume gibt es sicherlich viele, aber an Nummer eins steht ohne Frage eine 63er oder 67er Corvette. Sunfire Yellow, etwas Pro-Street, ggf. für die Rennstrecke etwas optimiert. Ah well. 🙂8222879447_aa74860562_o9. Was können die Hersteller in der Zusammenarbeit mit Fotografen und Bloggern noch verbessern?
Puh, toughe Frage. Aber mal ohne Rücksicht auf Verluste würde ich rein aus meiner Sicht sprechen. Die Events sind oft im selben Stil und Rhythmus der „normalen“ Presse Events, aber ich würde eine etwas andere Struktur vorziehen. Klar ist es schön in tollen Hotels, schönen Ländern mit gutem Essen Autos zu fahren, aber wenn es darum geht, herauszustechen, wäre ein anderes Vorgehen ggf. interessanter. Denn für eine Übernachtung über den großen Teich zu fliegen ist aufregend, aber auch anstrengend und zeitfressend. Und als Blogger oder Fotograf auf so einer Veranstaltung muss man natürlich sehen wie man so einen, jetzt mal sehr un-nett gesagt, Zeitaufwand bezahlt bekommt. Einige wenige können von Ihren Blogs direkt leben, manche machen es nebenbei, aber so oder so könnte man sicherlich kreativer arbeiten mit etwas mehr Zeit und Freiheit. Die Hersteller lassen einem natürlich die Freiheit zu produzieren wie man möchte, aber die limitierte Zeit setzt einen unnötig unter Druck. In drei Tagen kann ich hier in Köln oder der Eifel oder irgendwo in Deutschland ganz anders Produzieren und arbeiten. Wenn ich aber 24 oder mehr Stunden von drei Tagen im Flieger sitze ist die Zeit wesentlich begrenzter, kreativ zu sein und nicht nur mir selbst, aber auch dem Hersteller etwas anderes zu bieten.
Klar es ist nicht ganz so einfach und nicht ganz so klar, grade organisatorisch für die Hersteller, aber irgendwo dazwischen liegt ggf. eine Lösung, die alle glücklicher macht. Noch lernen wir den Umgang miteinander ja.6178218132_28644fac05_o10. Und wo siehst Du Dich beruflich in 5 Jahren?
In fünf Jahren würde ich gerne ausschliesslich kommerzielle Kunden haben und nur in den Bereichen arbeiten, die mir am meisten zusagen. Autos und Menschen. Dazu die finanzielle und kreative Freiheit, auch aus der Reihe zu tanzen und z.B. zwei Wochen durch den Busch zu laufen oder durch die Sahara zu fahren und das zu dokumentieren. Keine kleinen Träume, aber hey, irgendwohin müssen wir ja.

Wir danken Dir für die spannenden Einblicke, wünschen Dir viel Erfolg und freuen uns auf die nächste gemeinsame Veranstaltung.
Weitere Infos zu Teymur findet Ihr unter icedesoul.de oder unter facebook.com/TMIPFB . Guten Wochenstart!8733566444_4ef5cedb0f_h