A-KlasseDa schreiben wir uns die Finger wund über eAutos, eine zu schonende Umwelt, geringen Verbrauch, Vernunftsautos und ein „grünes“ Verständnis. Und dann kommen parallel zwei Meldungen rein, bei denen es dann doch wieder um massive Beschleunigung und reichlich Pferdestärken geht. Mal gucken, ob sich das alles vereinbaren lässt.

Seit Jahren ist die Kompaktklasse die wohl umkämpfteste Liga der Fahrzeughersteller. Lange vom Golf dominiert, buhlen inzwischen fast alle Hersteller um die Käufer der parkplatzfreundlichen City-Flitzer mit langstrecken-tauglichem Interieur. Und wonach sich irgendwie alle Autofahrer die Finger lecken, sind die hochgezüchteten Rennversionen dieser Modelle. Rechtzeitig zum Autosalon in Genf im März, den wir in diesem Jahr übrigens auf Einladung von Audi persönlich besuchen werden, stellen wir Euch nun die zwei Top-Karren aus Stuttgart und Ingolstadt vor.
Standaufnahme    Farbe: MisanorotLassen wir zuerst den Audi vorfahren: der Audi S3 Sportback bringt es als 2.0 TFSI auf 300 PS und 380 Nm Drehmoment, liegt aber laut Aussage des Herstellers bei einem Verbrauch von nur 6,9 Litern auf 100km. Das wäre durchaus akzeptabel.
Unter der Haube sorgen 1.984 cm³ Hubraum für sportlich-sonorigen Sound, im „Audi drive select“ Modus „dynamic“ gibt’s sogar noch ne akustische Schippe oben drauf. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert dank Sechsgang-S tronic gerade mal 5 Sekunden, maximaler Speed ist begrenzt auf 250 km/h. Permanenter Allrad-Antrieb sorgt für stabile Fahrdynamik, auch bei Regen und Schnee.
Von außen kommt der S3 Sportback gewohnt aggressiv daher, der S-spezifische Grill besteht aus chromigen Doppelquerstreben mit Einsätzen in Platinumgrau matt. Seitlich setzen Außenspiegelgehäuse in Alu-Optik mit speziellen Schwellerleisten deutliche Akzente.
Drinnen gibt’s ein elegantes Bedienfeld und Dekorleisten in mattem, gebürsteten Aluminium. Der Platz, zumindest vorne, ist großzügig. Sportsitze sind serienmäßig und maßgeschneiderte Internet-Dienste sorgen für volle Connectivität.
Den Flitzer gibt’s ab September 2013 im Handel, der Grundpreis liegt bei 39.800 EUR.A-KlasseWas hat der Mercedes-Benz A 45 AMG dem entgegenzusetzen? Zuerst einmal saftige 360 PS, die von einem AMG 2.0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor erzeugt werden. Oha. Dabei liegen auch beim Mercedes 6,9 Liter auf 100 km an. Was zu testen wäre. Ein performance-orientierten Allrad-Antrieb gibt’s mit dem 4matic auch im A 45 AMG. Hört sich recht ähnlich zum Audi S3 Sportback an. Abgeregelt sind auch beide bei 250 km/h. Dafür kommt der Mercedes etwas schneller aus dem Knick, die 100 km/h erreicht er schon nach 4,6 sek.

Vergleichbar ist ebenfalls die Zielgruppe beider Fahrzeuge: 30 bis Mitte 40 Jahre sollen die AMG-Kunden alt sein. Beruflich erfolgreich, unabhängig und auf der Suche nach einem dynamischen und individuellen Fahrzeug, welches den style- und trendorientierten Lebensstil zum Ausdruch bringt. Das gilt sicherlich in ähnlicher Form für die S-Linie aus Ingolstadt.
A-KlasseOptisch wirkt der A 45 AMG etwas bulliger, der AMG „Twin blade“-Kühlergrill und die Querstreben gibt’s in titangrau matt. Doppelspeichen-Leichtmetallräder bieten optische Highlights. Drinnen dann wie gewohnt bei AMG dynamische und exklusive Merkmale mit edlen Sportsitzen, dem Multifunktions-Sportlenkrad und Zierelemente in Carbonoptik.

Fazit: beides sind extrem sportliche und schicke Kisten. Mit Vernunft haben beide wenig zu tun, der Fahrspaß und die Sportlichkeit stehen im Vordergrund. Letzten Endes werden wohl die Sympathien für Audi oder Mercedes-Benz einen wesentlichen Anteil an der Kaufentscheidung haben, denn bei Leistung und Ausstattung lassen sich kaum signifikante Unterschiede ausmachen. Ich würde mich voraussichtlich für den A 45 AMG entscheiden, denn er erscheint mir noch etwas aggressiver und sportlicher als der Kollege. Dazu müssten vor dem Kauf dann aber auch noch die endgültigen Preise verglichen werden. Wobei das bei diesen Modellen wohl kaum die entscheidende Rolle spielt.
In Genf werden wir uns beide Geschosse nochmal aus der Nähe angucken und berichten.