Üblicherweise schreiben wir im motoBlog recht wenig über Neufahrzeuge. Wir kennen uns besser aus, wenn’s um mattgerollte Youngtimer und andere unvernünftige, zumeist ältere Fahrzeuge geht. Aber nun waren wir, zusammen mit der „Chrome de la Chrome“ der Autoblogger-Szene, erstmals vom tschechischen Automobil-Hersteller Škoda eingeladen, vorab deren Kleinstwagen „Citigo“ zu testen, der ab diesem Sommer zu kaufen ist. Und weil dieses Event ein Heimspiel in Hamburg war, wir uns gern mit anderen Bloggern austauschen und es uns durchaus interessiert, was den Autofahrern aktuell an City-Lösungen angeboten wird, sind wir der Einladung gefolgt und gut 100km durch die Stadt, über die Autobahn und in’s Grüne geballertfahren.

Für wen?

Zuerst einmal gilt es zu klären, wer denn überhaupt diese Art von Auto kaufen soll? Diese Frage haben wir direkt an Škoda weitergegeben. Und nach deren Information gibt’s es drei Arten potenzieller Käufer:
– junge Fahranfänger
– ältere Verkehrsteilnehmer
– Familien (als Zweitwagen)

Warum den Citigo?

Wie läuft normalerweise eine Kaufentscheidung ab? Zuerst habe ich Bedürfnisse und suche dafür eine Lösung? Im Fall eines Stadtflitzers möchte ich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Anschaffung, genug Ausstattung und niedrigen Verbrauch. Emotionen spielen in diesem Segment kaum eine Rolle. Es wird rational entschieden. Funktionell muss es sein. Schön wäre, wenn das Auto auch noch gut aussieht. Muss aber nicht. Rasant anfahren? Nö. Komfortabel cruisen? Nicht wirklich…Nur sicher und wirtschaftlich von A nach B.
Im diesem Segment bleiben derzeit 3 Modelle übrig: Der VW Up!, der Seat Mii und eben der Škoda Citigo. Was bekomme ich aber wirklich für ein Auto unter 10.000 EUR?

Innen hui oder pfui?

Nach der Übernahme des Testfahrzeugs gucken wir uns im Innenraum um. Mh. Wenig Style, kein Schnickschnack. Puristisch. Das Lenkrad fasst sich kompakt an, die Armatur ist OK, die Instrumente spärlich. Wir hatten sogar eine Sitzheizung, das hat positiv überrascht. Gehört aber nicht zur Standard-Ausstattung. Außerdem konnten wir an’s Serienradio keinen iPod anschliessen. Das sollte nachgerüstet werden, denn die Fahranfänger von heute haben wohl kaum noch CDs. Und wenn, dann möchten sie die nicht im Auto lagern.
Das Lenkrad ist verstellbar, ebenfalls ein Pluspunkt. Mit der Sitzeinstellung war’s stattdessen nicht so einfach, die ideale Position zu finden. Aber insgesamt stimmt das Paket und der Gesamteindruck.
Auf der Rückbank gibt’s erstaunlich viel Platz für einen Kleinstwagen. Absolut geeignet für Kindersitze und Beifahrer bis 1,75. Einsteigen klappt bei 5 Türen prima und dank der großen Scheibe gibt’s auch von der Rückbank aus eine Menge zu sehen. Beim Einparken ist die Rundum-Sicht ebenfalls hilfreich.

Auf der Armatur steckt das Navi, welches sehr hochwertig daherkommt: schicke Optik und einfache Bedienung. Wir wählen den ersten Zwischenstop und schmeissen unseren Citigo an. Er läuft recht leise und rollt zügig an. Wunder an Schub darf man nicht erwarten, die 1-Liter-Maschine leistet entweder 60 oder 75 PS. Mit Automatik ist der Citigo nicht zu bekommen, die 5 Gänge werden von Hand geschaltet.

On the road…

Die Fahreigenschaften genügen unseren Ansprüchen, man kommt zügig voran, wenn der Hamburger Mittagsverkehr es zulässt. Anfahren, Bremsen, Schalten, alles ganz entspannt. Viele kleine Helferlein im Innenraum erleichtern das Ablegen von Handy und Gepäck, ein Schiebedach gibt’s gegen Aufpreis, allerdings nicht bei allen Modellen. Dank Klimaanlage brauchen wir keinen Durchzug. Wer doch beide Fenster öffnen möchte, braucht „Inspektor Gadget“-Arme: die Beifahrerscheibe kann nicht vom Fahrersitz aus geöffnet werden.

Von außen

Es folgt ein kurzer Halt zum „Außencheck“ in der Hamburger Speicherstadt:
Die Frontpartie wirkt kompakt, vorn auf der Haube klebt das neue Logo von Škoda, erstmals in silber statt grün. Uns gefällts besser. Das Tagfahrlicht ist im Preis dabei, schicke Felgen können gegen Aufpreis bestellt werden. Ein Wermutstropfen ist aus unserer Sicht der Kofferraum. Klar muss man aufgrund der Gesamtlänge von nur 3,56 Metern Kompromisse eingehen. Wenn der Citigo aber jungen Familien als Zweitwagen helfen soll, dann wäre eine Unterbringung von Kinderwagen oder Sportkarren unbedingt notwendig.
Farbtupfer gibt’s extra, neben den eher dezenten Farben silber und schwarz gibt es den Cityflitzer in den Sonderfarben candy-weiss, tornado-rot oder sunflower-gelb.

Den Rest des Tages verbringen wir mit den Blogger-Kollegen in einem idyllischen Cafe nahe Uetersen und einer trendigen Lounge über den Dächern der Hafencity. Unsere Fahrweise sorgte für einen Verbrauch von knapp 6 Litern und echte Mängel konnten wir auf unserem Ausflug nicht feststellen.

Fazit:

In der Klasse der Kleinstwagen gibt der Škoda Citigo mit einem Anschaffungspreis von unter 10.000 EUR eine prima Figur ab. Der VW Up! hat sicherlich etwas mehr Style. Aber wie erwähnt kommt es darauf in diesem Segment nicht so sehr an. Wir empfehlen ein paar optische und sinnvolle Extras, die den Preis dann in Richtung 11.000 bis 12.000 EUR bewegen. Aber auch das ist es immer noch eine deutliche Kaufempfehlung. Ein paar Kleinigkeiten wie die Bedienbarkeit der Fensterheber und den Anschluss des iPods wünschen wir uns noch als Nachbesserung.
Aber das sind Kleinigkeiten. Sollten wir also mal einen fabrikneuen Kleinstwagen anschaffen wollen, dann ist der Citigo auf dem Wunschzettel ganz weit vorn. Bis es soweit ist, klettern wir wieder in unseren 88er Chevy Van und donnern vom Hof, dem Sonnenuntergang entgegen. Yiha!

Die Berichte der anderen Blogger gibt’s hier:
mein-auto-blog.de/citigo
autofahrer-zeitung.de/citigo
passiondriving.de/citigo
veight.de/citigo
auto-diva/bremstest-citigo
rad-ab.com/citigo
robertbasic.de/citigo
weltdergadgets.de/citigo
box.gigold.de/citigo