In fast allen Motorsport-Klassen bietet ein jährlich strafferes Regelwerk den Herstellern kaum noch Flexibilität bezüglich des Designs und der Leistung ihrer Boliden. Dadurch sehen viele Fahrzeuge in den meisten Rennserien recht ähnlich aus. Umso mehr freut uns die aktuelle Attacke von Nissan: Mit dem DeltaWing wird erstmals ein neuartiger Prototyp bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gebracht, wenn auch in diesem Jahr mit Startnummer „0“ und außer Konkurrenz.

Der DeltaWing sieht nicht nur futuristisch aus, sondern bietet auch unter dem stylishen Chassis reichlich zukunftsorientierte Technik: der extrem leichte und aerodynamische Rennwagen des japanischen Automobilherstellers ist mit einem 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung ausgestattet und bringt damit rund 300 PS auf die Rennpiste. Mit diesem Leistungspaket ist der DeltaWing doppelt so effizient wie die konventionellen LMP1-Renner. Die Prognose für Rundenzeiten liegen zwischen den Klassen LMP1 und LMP2, obwohl diese Fahrzeuge etwa doppelt so viel Leistung haben. Mit der Motorentechnologie, die mit den Nissan Serienfahrzeugen wie z.B. dem JUKE DIG-T vergleichbar ist, soll der DeltaWing nur gut halb so viel Kraftstoff verbrauchen wie seine Gegner. Und auch beim Gewicht wurde im Vergleich zur Konkurrenz gut die Hälfte eingespart.

Auf einen Kampf um Podiumsplätze hoffen die Zuschauer beim Nissan DeltaWing jedoch vergeblich, denn Nissan startet mit dem Prototyp außer Konkurrenz. Ob das langgezogene Sportgerät neue Maßstäbe im Autorenn-Zirkus setzt, muss sich noch zeigen. Zum heutigen Zeitpunkt steht in den Sternen, ob die Regularien in Zukunft angepasst und andere Hersteller mit vergleichbaren Rennern nachziehen werden.

Von der Teilnahme in Le Mans erhofft sich der Automobilhersteller wichtige Erkenntnisse für die Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien, die dem Serienprogramm von Nissan zugute kommen sollen. Dazu Andy Palmer, Executive Vice President, Nissan Motor Co., Ltd:
„Das Reglement im Rennsport ist über die Jahre immer enger geworden, mit der Folge, dass sich die Rennwagen zunehmend ähnlich sehen und die eingesetzte Technologie immer weniger Bedeutung für die Entwicklung von Straßenfahrzeugen besitzt. Mit dem Nissan DeltaWing möchten wir das ändern und freuen uns, Teil dieses Projektes zu sein. Der DeltaWing verkörpert eine große Zahl innovativer Ideen, von denen wir lernen können. Zugleich ist der DeltaWing dank unserer Entwicklungsressourcen und unseres Streben nach maximaler Kraftstoffeffizienz durch die Pure Drive Strategie ein echter Innovations-Prüfstand für Nissan.“

Auch die Fahrer Marino Franchitti und der amtierende FIA GT1 Weltmeister Michael Krumm werden sich erst noch an das Fahrzeug gewöhnen müssen, denn Ihre Sitzposition knapp vor der Hinterachse ist ebenso ungewöhnlich wie die schmalen Doppel-Vorderreifen, die vom Reifenpartner Michelin exklusiv für dieses Fahrzeug entwickelt wurden.

Wir drücken die Daumen für die ersten Ausfahrten ab 15. März und hoffen auf gute Resultate in Le Mans.