Unser motoVIP im August ist mal wieder ein Vertreter aus dem Musik-Business, allerdings gibt’s nicht nur vom Bandnamen her einen engen Bezug zu allem, was mit Benzinverbrennung zu tun hat: Dieses Mal haben wir dem Helldriver-Frontman „Swingo“ Müller ein paar spannende und unterhaltsame Infos zur automobilen Leidenschaft entlockt. Aber zuerst wollen wir Euch die Band vorstellen: HELLDRIVER, das ist energiegeladener Autostunt-Rock’n’Roll aus Hamburg, mit Gretsch-Gitarren aus Amerika und Songs über das Leben von Cottbus bis Memphis. Und das sind vier gutaussehende Typen, die ihr Publikum unterhaltsam und virtuos an ihren Selbstversuchen mit Bier, Schwerkraft und Elektrizität teilhaben lassen. Auf ihrem dritten Album „Zügellos und ohne Verstand“, welches ab 19.08.2011 erhältlich ist, entführen die vollverbleiten Exil-Polen den Hörer auf eine wilde Rallye über den Highway des Lebens – mit Geschichten über Ex-Autos, Ex-Drummer, Ex-Autos von Ex-Drummern, Liebe, Hobbys und Verbrechen. Hier das Interview:

1. Was war Dein allererstes Auto?
Mein erstes Auto war ein VW Golf I Bj. 76 in viper-grün-metallic und dazu mit einer hübschen braunen Innenausstattung. Natürlich ein sportlicher Zweitürer mit Chrom-Gummi-Stoßstange und bissigen 50 PS.

2. Und mit was bist Du jetzt unterwegs?
Tja, lustig, ich bin jetzt wieder mit nem Golf unterwegs. Allerdings mit einem Golf III Variant. Der ist sparsam und es passt jede Menge Equipment rein. Das ist auch nicht mein zweiter Golf. Genau über das Thema hab ich auf unserem neuen Album „Zügellos und ohne Verstand“ einen Song geschrieben, der davon handelt, dass ich mir immer wieder nen Golf gekauft hab. Ich war nämlich eigentlich total auf Mercedes unterwegs. Ich hatte lange einen sehr schönen schwarzen Strich Achter 200 D (erste Serie mit Aufstellfenstern und glatten Heckleuchten), nen total schicken W123 230ce in silber, dann hatte ich noch nen herrlich abgerockten 190er und eine W123er Limousine in kotzgrün. Dazwischen hatte ich dann noch drei VW Käfer. Aber immer wenn entweder ein Mercedes kaputt war oder ich ihn mir aus irgendeinem Grund keine coole Karre leisten konnte, hab ich mir nen Golf II gekauft. Die Dinger laufen, gehen nie kaputt und kosten in der Anschaffung nicht viel Geld. Irgendwann hatte ich dann gar kein Auto mehr, weil ich in einer Stadt wie Hamburg auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Rad unterwegs sein kann. Der Golf III Variant war dann letztes Jahr ein Vernunft-Kauf, da ich eine Karre brauchte in die die viel Zeugs passt.

3. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was hättest Du dann in der Garage?
Dann hätte ich drei Fahrzeuge.
– Einen Mercedes Vito in der Langversion in schwarz (für die Band)
– Einen neuen Dodge Challenger
– Einen Mercedes Benz W 108 mit H-Zulassung.

4. Du singst viel über’s Fahren. Wie hängen Autos und Musik für Dich zusammen?
Darüber hab ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Über irgendwas muss man ja singen. Fahren, Reisen, Bewegung und Autos an sich bieten viele Möglichkeiten für interessante Texte. Auf unserem neuen dritten Album singen wir zum ersten Mal über Fussball und über Bier. Diese Themen haben auch kreatives Potenzial für weitere Songs. Vielleicht machen wir ja sogar mal ein Bier-Konzept Album.

5. Deine Top 3 Songs beim Cruisen?
„Stickshifts and Safetybelts“ von CAKE
„I’ve Been Everywhere“ von Johnny Cash
„Jesus Build My Hot Rod“ von Ministry

6. Bist Du wirklich ein Helldriver? Wie ist Dein aktueller Punktestand in Flensburg?
Nee, ich bin wahrscheinlich der HELLDRIVER mit dem geringsten Punktstand. Diesbezüglich muss man Tomate oder King Uli fragen. Neulich wurden wir auf dem Weg zu nem Gig auf einer Strecke zweimal geblitzt. Soweit ich mich erinnere ist Tomate gefahren. Mich hat man allerdings neulich das erste Mal seit bestimmt 10 Jahren geblitzt.

7. Schraubst Du selbst oder gehst Du zur Werkstatt Deines Vertrauens?
Früher als ich Käfer gefahren bin, hab ich teilweise noch selbst Hand angelegt. Heute hab ich nen topp Schrauber, von dem ich auch meinen Golf gekauft hab. Unser Bassist Winchester schraubt selbst. Die anderen Kollegen schrauben aber nicht.

8. Habt Ihr einen abgerockten Tourbus oder pennt Ihr im Hotel?
Wir hatten früher mal Zugriff auf einen alten schwarz matt gerollten Dodge Van (der auch das Cover unseres ersten Albums ziert), den wir immer für Auswärts-Gigs kostenlos leihen konnten. Sprit mussten wir allerdings selbst zahlen. Das war zwar total cool mit so einer Kiste durch die Gegend zu fahren, aber alles andere als wirtschaftlich. Die Hälfte der Gage ist bei der Karre komischerweise immer für Sprit drauf gegangen. Egal wie hoch die Gage war. Wir haben jetzt eine sehr gute Verleihstation mit der wir immer zusammen arbeiten. Da mieten wir uns meistens einen langen VW Bus oder nen Sprinter. Das ist inkl. Sprit und Wochenendtarif günstiger als der Verbrauch des alten Dodge und günstiger als selbst einen Bus zu kaufen. Ansonsten pennen wir natürlich nicht im Bus, sondern in Hotels oder auch mal privat bei Bekannten.

9. Wie sieht der HELLDRIVER Fuhrpark aus?
Der Gitarrist King Uli und ich fahren beide nen Golf III Variant. Uli hat sogar nen MOTOSO Aufkleber drauf. Der Fällt allerdings unter dem ganzen Moos nicht mehr auf. Winchester fährt dieses unglaublich schöne Opel Kadett Cabrio und uns der Drummer Tomate fährt ne total abgerockte W126er S-Klasse. Alle Autos zusammen kommen wahrscheinlich auf 1,5 Jahre TÜV und haben einen Gesamtwert von ca. 3.000 Euro. Im Grunde eigentlich totaler Schrott.

10. Tempolimits, alternative Kraftstoffe und Umweltplaketten findest du…?
…grundsätzlich sehr gut! Allerdings halte ich nichts von Tempolimits die ausschließlich der Abzocke zum Blitzen dienen. In Wohngebieten sind sie jedoch ein absolutes Muss! Um alternative Kraftstoffe werden wir in naher Zukunft nicht herum kommen. Mein Golf hat eine grüne Umweltplakette.

Vielen lieben Dank für die umfassenden Infos. Wir wünschen viel Erfolg mit dem neuen Album!