Es gibt so Situationen, da reihen sich einige Zufälle aneinander und daraus entwickelt sich dann ein großes Desaster. Oder eben auch ein sensationelles Erlebnis. Letzteres ist uns am letzten Wochenende widerfahren. Und weil ne riesige Portion Benzin im Blut und Motorsport in der Geschichte vorkommt, passt sie gut in diesen motoBLOG.

Recht spontan und angetrieben durch das wechselhafte Hamburger Schmuddelwetter haben wir uns entschlossen, unsere Freunde in Isolabona, Italien, für ein verlängertes Wochenende von Freitag bis Montag zu besuchen. Immerhin sind da schon jeden Tag zuverlässige 25 Grad, man kriegt bei Europcar für schmales Geld einen nagelneuen Fiat 500, beim Landeanflug auf Genua in der recht wackeligen Air Dolomiti Propellermaschine gibt’s frischen Obstsalat…und überhaupt macht’s mal Spaß, abends vom Balkon der Ferienwohnung in Ventimiglia über’s Meer zu gucken, während unten auf der Straße reichlich Zweiräder vorbeirollern.

Der erste Zufall war es dann, dass ausgerechnet an diesem Wochenende die Formel 1 Station in Monte Carlo machte und auf dem berühmtesten Stadtkurs unterwegs war. Tickets waren zwar nicht mehr zu bekommen, aber die vielen Besucher in der Stadt und das ganze Drumrum waren auf jeden Fall einen Besuch wert. Also haben wir uns recht spontan Sonntag in den Zug Richtung Monaco gesetzt. 15,20 EUR für beide hin und zurück und nur 15 Minuten Fahrzeit. Easy going.

Angekommen in Monaco kann man sich nicht wirklich frei bewegen, alles ist abgesperrt, nur mit Tickets zu erreichen…und daher sitzen die meisten von vornherein in den Straßenkaffees und verfolgen die Rennaktion auf dem Monitor. Aber damit wollten wir uns nicht zufrieden geben, es sollte doch möglich sein, mal einen Boliden zu sehen. Und zwar aus der Nähe. Hören konnte man sie an allen Ecken der Stadt. Ohrenbetäubend.

Also haben wir es zuerst auf der rechten Seite des Hafens versucht, treppauf Richtung Botanischer Garten. Aber die Idee hatten wir nicht allein. Und alle Plätze an dem Aufgang, die eine Sicht auf die Strecke erlaubt hätten, waren verbarrikadiert und bewacht. Also haben wir auf halber Strecke abgebrochen, um es woanders zu versuchen.Sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn man in den engen Gassen, in denen die Renner unterwegs sind, nicht mal was zu sehen bekommt.

Wir sind dann quer durch die City zur anderen Seite. Und tatsächlich gab es ein kleines Stück Zaun, aus der man die Kurve nach der Start-Ziel-Gerade und den Anfang der „Beau Rivage“ einsehen konnte. Nicht wirklich dicht dran, aber immerhin. Das ging allerdings auch nur 3 Minuten gut, bis der Sheriff uns verscheucht hat. Klickt Euch das Foto links groß, dann seht Ihr unter dem „P“ von dem Schriftzug Pirelli einen Renner.

Aber wir hatten was gesehen! Und eine Hoffnung gab’s noch: Laut einem Insidertipp soll die Boxengasse kurz nach dem Rennen geöffnet werden. Also sind wir nach gut einer Stunde Rennzeit durch einen etwas versteckten Tunnel in Richtung der Hautptribünen am Hafen, neben der Tabac-Kurve, losmarschiert, um von dort nach dem Rennende auf die Strecke und in Richtung der Boxen zu kommen. Hier donnert es von beiden Seiten, ein extrem lauter Platz, an dem die Aufgänge zu den wohl teuersten Tribünenplätzen der Kategorie K zu finden sind.
Und dann – man glaubt es kaum – hatten sich die „Kartenabreisser“ zu einem Gruppenfoto zusammengefunden. Damit waren die Aufgänge kurz freigegeben. Wahnsinn… Also husch husch nach oben. Später waren die Offiziellen dann wieder da, war einfach Glück.

So gab’s die letzten 20 Minuten dann mit exklusivstem Blick. Und damit Ihr das auch glaubt, gibt es hier einen kleinen Film auf unserem youtube-Channel:

Ein paar Runden gab’s noch zu sehen, inklusive der WinkeWinke-Fahrt vom Sieger Sebastian Vettel sowie das Nebelhorn-Orchester aller Yachten im Hafen.
Was für ein Hammer-Wochenende!!!