Das Wetter stimmt, der Wochentag auch. Sonntag, halb zwölf in Hamburg. Das Telefon klingelt und Kollege Kiez Kustom ist dran. Der Impreza soll seine Herkunft beweisen und abseits der asphaltierten Straßen mal ein wenig Dreck fressen. Also ab in die Walachei. Hätten wir gewusst was und bevorsteht hätten wir ein Abschleppseil und ein paar Bier eingepackt…

Der Plan klang gut, ein gepflegter Ausflug in das „Spülbecken“ außerhalb von Hamburg. Eine Fläche die bei Hochwasser kontrolliert überflutet wird. Wenn die Tiede normal steht tummelt sich dort diverses Offroad-Volk, vom Motocrosser bis zum hochbeinigen Jeep. Da darf der Subaru natürlich nicht fehlen, schließlich fährt der serienmäßig mit Allradantrieb auf.

An diesem Tag habe ich als Freizeit-Offroadprolet zwei Dinge gelernt. Erstens, Allradantrieb ist nichts ohne Differentialsperre und Geländereifen. Zweitens, wenn es zum spielen in den Sandkasten geht sollte man ein Abschleppseil und möglichst ein zweites Fahrzeug zum ziehen dabei haben. Die ersten Runden waren noch die totale Gaudi, dann ging es mit zu wenig Schwung runter vom festgefahrenem Weg. Den Rest schaut Euch selber an:

Man beachte das hilflose umherblicken meines sonst so beinharten Beifahrers in die Weiten der vorhamburger Botanik. Wir saßen fest. In der Ferne nur ein einsamer Motocrosser beim einpacken. Was folgte war mit einer Hand den eiskalten, klammen Sand unter dem Fahrzeug-Unterboden wegschaufeln, mit der anderen Hand jeden noch so entfernten Bekannten mit 4×4 Antrieb anrufen. „Ey Jockel, lange nicht gesehn, was macht die Kunst?!..Aha…soso…ach schön! Du ich wollt auch nur mal fragen was Du gerade machst und ob Du nicht Lust hast mich abzuschlepp…. Jockel?! Bist Du noch dran?!“

Um uns herrum wurde es zügig dunkel und es nieselte. Weit und breit keine Rettung in Sicht, dem Motocrosser war es auch zu heikel uns mit seinem Transporter zu ziehen, vor allem aus Mangel an geeignetem Zugmaterial. Nachdem auch die letzten Tricks aus dem Fernsehen ausprobiert wurden wie Fußmatten unter die Räder und rythmisches kotflügelwippen entschieden wir uns für die letzte Hoffnung, dem ADAC!

Und was soll ich sagen, knapp 45 Minuten nach dem Anruf kam ein extrem entspannter ADAC-trucker mit seinem Van den Feldweg heruntergepoltert. Ohne dumme Fragen nach dem warum und wie zu stellen wurde das Abschleppseil angehakt und beim zweiten Anlauf ging es aus der Kuhle wieder auf festem Grund. Ein Hoch auf den ADAC!

Später ging es dann noch zum Hamburger Hafenbahnhof, wo wir dann wenigstens was zu erzählen hatten. Für die Geschichte wurde uns dann noch vom anwesenden V8-Pöbel die goldene Abschleppöse verliehen, was für ein Ritterschlag. Danke 😉