GRIP – Das Motormagazin im Test

20130522-004613.jpgPrint ist tot, es lebe das Internet! Naja, so ganz richtig ist das nicht. Wir halten zwar die Fahnen der Autoblogger und Online-Journalisten hoch, aber ohne Frage gibt es auch immer noch einige Perlen im Zeitschriftenregal. Vor Kurzem haben wir über die Wiederbelebung des Motoraver-Magazins berichtet. Und nun trudelt und das nächste Heft auf den Tisch, welches wir Euch unbedingt vorstellen möchten: GRIP kennt ihr sicherlich schon vom Sonntagabend auf RTL2. Und nun gibt’s ähnlich beschleunigte Themen in 5 Ausgaben pro Jahr. 130 Seiten Supercars, Youngtimer, Tuning, Fahrspass, Motorsport und Legenden. Sagt die Überschrift auf dem Heft. Wir blättern für Euch mal rein.
20130522-004626.jpgEs ist kein wirklich neues und außergewöhnliches Konzept. Und trotzdem macht’s verdammt Spaß, die Stories zu lesen. Der Mix passt. Es geht los mit ein paar Seiten PS-Geplätscher. Kurioses, Wissenswertes und Unterhaltsames in knappen Sätzen. Veranstaltungshinweise, 50 Jahre Mercedes Pagode, Historie des Buick Special, Interview mit MotoGP-Pilot Stefan Bradl, Infos zum Batmobil und Zahlenspiele rund um’s Auto. Alles nett verpackt und in feinen Häppchen serviert. So geht’s auf den nächsten Seite weiter. Mal mehr, mal weniger detailliert werden Wohnmobile, Promis und die neue Corvette Stingray durchgecheckt. Dann 10 bemerkenswerte Neuvorstellungen vom Autosalon Genf. Alles locker flockig geschrieben und mit ansprechenden Bildern in Szene gesetzt.
20130522-004644.jpgEchtes GRIP-Feeling schwappt uns zum ersten Mal auf Seite 38 entgegen: Moderator Matthias Malmedie grinst sich einen im feisten Lamborghini Aventador LP 700-4 Roadster. Und genau das kennen wir aus der Sendung. Der Anchorman testet sportliche Öfen, die sich nie einer der Leser wird leisten können. Aber das ist egal, denn es macht Spaß, ihm beim Querfahren zuzugucken. Überhaupt geht’s weniger um echte Kaufempfehlungen für die Straße als um Exoten, die ein Traum bleiben werden. Den Lyonheart K Convertible werden wir voraussichtlich nie auf der Straße zu Gesicht bekommen, das SLS AMG Coupé kennen wir vom 24h-Rennen und den großen Porsche-Bericht saugen wir über 22 Seiten zwar begeistert auf, aber mitfahren werden wir in diesem Rudel erlesener Sportwagen jenseits der 100.000 EUR voraussichtlich auch nicht so bald. Wir haben Halbzeit im Heft, Kaffee holen im Werbebecher, innenliegendes Porsche-Poster aufhängen (siehe Bild oben) und weiterblättern: Ford Mustang und Hennessey Venom GT. Wir bewegen uns bis hier meist im obersten Kfz-Regal, aber jetzt wird’s öliger. Die besten Lackpflegeprodukte, eine Schraubergarage mit dem Schwerpunkt Oldies der 20er und 30er, und ein paar flotte PinUps vor chromblinkenden Karren. Das gefällt uns und ist “nah am automobilen Volk”. DTM-Fahrer Robert Wickens, Reise-Enduro BMW R 1200 GS und ein paar Modellautos runden die Themenpalette ab.

20130522-004636.jpgAnders ist in der TV-Sendung hilft uns Moderator Det Müller nicht wirklich mit Schnäppchen weiter. Aber er hat uns verraten, warum wir das Magazin trotzdem durchblättern sollten:
“…wer auf Klötze vorne und Backen hinten steht, kommt an Hubraum, Drehmoment und dem Grip-Magazin nicht vorbei! Eine Lektüre, die das Gefühl der linken Spur auf die Straße und ins Wohnzimmer bringt…”
468928_10150820486741521_1526815958_oÄhnliches bestätigt uns der zweite GRIP-Stuntfahrer und Testdriver Helge Thomsen:
“Grip Magazin, der Treibstoff für alle Benzinmenschen, die nicht nur sonntags mit uns Gas geben wollen. Grip. Vom Asphalt direkt ins Heft. Wer benzindurstig ist, sollte jetzt zum Boxenstopp an den Kiosk…”!

Na bitte, die Experten haben gesprochen. Überzeugt Euch am besten selbst und holt Euch das Grip-Motormagazin an der Tanke oder dem Kiosk eures Vertrauens!

Fazit:
Für 3,50 EUR gibt’s kernig geschriebene Artikel, die sich nicht in technische Details verrennen, sondern kurz und knackig die wichtigsten Fakten zusammentragen. Schicke Autos im unserer Ansicht nach etwas zu exklusiven Mix aus Supersportler und Oldtimer, garniert mit ein paar netten Damen, Pflegetipps und interessanten Reportagen. Textlich könnte es manchmal noch etwas frecher zugehen, aber für den ersten Wurf finden wir das Heft absolut gelungen. Investiert einfach mal die 3,50 EUR und checkt, ob es Euch auch so geht. Denn viel Vergleichbares gibt’s derzeit nicht im Zeitschriftenregal.