Ready for Take Off: Mercedes-Benz E 63 AMG S 4matic

header_E_63_AMGDer Katalane ist üblicherweise eher gemütlich unterwegs. Nach dem Motto “…hetz mich nicht” flaniert er durch die Fußgängerzonen der Millionenstadt Barcelona und tankt zwischendurch in einem schattigen Kaffee auf bei “café cortado” und Carquinyolis. Wie muss er sich aber nun in seiner Ruhe gestört gefühlt haben, als drei dutzend Kampfjets mit Stern und AMG-Logo aus einer zentral gelegenen Tiefgarage mit ohrenbetäubendem Lärm gestartet und zum Rundflug durch Barcelona sowie angrenzende Landschaften abgehoben sind? Mercedes-Benz hatte ein paar Autoblogger in die wundervolle spanische Stadt eingeladen, um dort die neue E-Klasse kennenzulernen. Und als besonderes Highlight warteten am zweiten Tag 34 Boliden in der schwach blau ausgeleuchteten Garage darauf, massiv beschleunigt zu werden. Nach Farben sortiert standen sie dort. Jeweils gut 120.000 EUR teuer. Knapp sechsstellig sind die ab April 2013 verfügbaren Modelle auf jeden Fall. Und mit ein paar Extras und zusätzlichen Assistenten geht der Preis weiter nach oben. Das sollte die Käufer aber kaum abschrecken. Denn wer so viel Geld in ein Fahrzeug investiert, für den ist dann auch der Aufpreis kein Problem.E_63_AMG_Barcelona_1Was man für die vielen Steinchen bekommt? Eine Rakete! Nur durch ESP zu bändigen. Obwohl, erstmals kommt der E 63 AMG mit Allrad-Antrieb 4MATIC daher. Das steigert die sogenannte Driving Performance und sorgt für mehr Traktion und Sicherheit. Aber will man das? Eigentlich nicht. Denn es macht verdammt viel Laune, den Grenzbereich zu erreichen und die ungezähmte Kraft zu erleben. Gern auch mal beim Querfahren. Man will spüren, was man hat. Und man will es natürlich auch zeigen. Daher bin ich sehr gespannt, wie oft jemand das Business Paket bucht. Damit tarnt man den E 63 AMG als “Wolf im Schafspelz”. Die verdächtigen AMG-Schilder werden entfernt, aus 4 Endrohren werden zwei und die Heckschürze wird getauscht. Aber spätestens, wenn der Understatement-Agentur-Chef seinen getarnten Jet auf dem Parkplatz seines Kunden startet, fällt die Maske. Warum also downsizen?E_63_AMG_Barcelona_3Wir starten den Tag mit einem E 63 AMG 4MATIC T-Modell in palladiumsilber. Wenn schon, dann auch gleich die wuchtige Familienkutsche mit dem gewaltigen Kofferraum. 5.461 cm³ Hubraum, 557 PS, 3,8 Sekunden von Null auf Hundert. BÄM! Natürlich abgeregelt bei 250 Sachen. Aber die konnten wir auf unserem ersten Stint eh nicht erreichen, denn die Policía war aufmerksam geworden auf die illustre Ausfahrt und hat sich an vielen Wegpunkten strategisch günstig platziert. Das führte dazu, das zum Großteil dann doch einigermaßen entspannt gefahren wurde. An den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 10,5 Liter pro 100 Kilometer kamen wir dann aber doch nicht heran. Zu groß ist die Verlockung, das Gaspedal bei jedem Anfahren kurz nach unten zu treten und die Turbinen zu zünden. Also Attacke und im Tiefflug weiter. Wie schon die neue E-Klasse kommt auch der E 63 AMG optisch noch sportlicher daher, der “Twin Blade”-Kühlergrill hat den Stern auf der Haube abgelöst und die A-Wing-Frontschürze gibt dem Renner eine gierige Visage.E_63_S_AMG_Barcelona_3Aber auch der Hintern kann sich sehen lassen. Schwarze Diffusoreinsätze verraten die Rennstrecken-Tauglichkeit des Dickschiffes, ähnlich wie die rot lackierten Bremssättel, die beim S-Modell unter den exklusiven, titangrau matt lackierten Leichtmetallrädern im 10-Speichen-Design zu erkennen sind. Und innen? Da geht’s dann doch etwas weniger aggressiv zu, die Optik des Interieurs ist angenehm zurückhaltend. Platz ist sowie ausreichend vorhanden. Carbon-Optik bei den Zierleisten, eine Uhr im Retro-Design (warum eigentlich?) und im S-Modell ein Alcantara-Himmel, passend zum Lederlenkrad, sorgen für Wohlfühlstimmung. Wem der biestige Sound des Motors nicht genügend Musik bietet, der sollte sich das Bang & Olufsen AMG High-End Surround-Soundsystem einbauen. 14 Lautsprecher sorgen für perfekte Wiedergabe und bombigen Klang. Ein besonderer Akzent sind dabei die beleuchteten Hochtöner im Spiegeldreieck.

Im Innenraum warten dann auch noch ein paar echt coole Helferlein auf den gestressten Piloten: die Massagefunktion im Sportsitz knetet während der Fahrt den Rücken weich und sich je nach Kurve verändernde Polster halten einen im Sitz. Das kam uns zuerst irgendwie unnötig vor, war dann am Ende aber doch durchgehend aktiviert, weil es eben doch hilfreich ist. Die Sitze verstellt man übrigens nicht mehr durch Knöpfe im Fussraum oder an der linken Seite des Sitzes, sondern wie auf dem Foto zu sehen mit optisch gut umgesetzten Knöpfen in der Tür. Beim ersten Mal muss man aber doch suchen, weil der Platz der Knöpfe ungewohnt ist. Das Navi ist easy im Handling und tut zuverlässig seinen Dienst. Interessanter ist da schon der Wählknopf für die verschiedenen Fahrprogramme Comfort, Sport oder Sport plus. So lassen sich Fahrwerkseinstellungen und Schaltpunkte bequem variieren.E_63_AMG_Barcelona_5Fazit
Die neueste Generation der E 63 AMG Sportwagen aus Affalterbach lassen keinen Wunsch offen. Erstmals mit Allrad und jetzt sogar mit einer leistungsgesteigerten S-Version bieten Sie massiven Fahrspaß. Sie sind keine reinrassigen Sportwagen, dafür ist Ihr Gewicht zu hoch. Aber sie sind die wohl rasantesten und sportlichsten Business- und Familienfahrzeuge, die man derzeit bekommen kann. Mit welchem anderen Kombi dürfte man sich schon auf der Nordschleife sehen lassen? Von außen zornig und aggressiv, von innen komfortabel und dezent, versehen mit nützlichen Assistenten für sicheres Fahren und hilfreichen Extras für Komfort und Bequemlichkeit. Und das ganze wird begleitet von einem satten und dumpfen Sound, der in die Knochen geht.E_63_S_AMG_Barcelona_1Reichlich Freude hatten auch noch andere Blogger. Hier gibt’s alle bisher erschienenen Beiträge:
- rad-ab.com – Jens Stratmann
- auto-geil.de – Jan Gleitsmann
- asphaltfrage.de – Fabian Mechtel
- fünfkommasechs.de – Marc Christiansen
- bycan.de – Can Struck
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4 Gedanken zu “Ready for Take Off: Mercedes-Benz E 63 AMG S 4matic

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