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Der Škoda Octavia III – das neue Volksauto!?

header_skoda_octaviaDie Idee und die daraus entstandene Marke des Volkswagens war bahnbrechend. Mobilität für alle zu einem erschwinglichen Preis. Dieses Credo konnten die Wolfsburger seit der Nachkriegszeit für sich beanspruchen. Aber der Siegeszug könnte bald vorbei sein
Denn mit der dritten Generation des Škoda Octavia, der ab Mitte Februar bei den Händlern zum Kauf bereit steht, gibt es zu einem Einstiegspreis von 15.990 EUR ein günstigeres Fahrzeug, welches darüber hinaus noch verdammt viel Komfort, Platz und Extras bietet. Und auch optisch endlich Paroli bieten kann.

Der tschechische Autobauer aus dem VW-Konzern legt seit Jahren eine beeindruckende Entwicklung hin und verkaufte 2012 allein in Deutschland über 132.000 Fahrzeuge. Damit ist es die erfolgreichste Importmarke. Der Octavia ist dabei das wichtigste Modell und wird als Säule oder auch Ikone der Marke Škoda bezeichnet. Daher wurde bei der Neuauflage Wert darauf gelegt, das Fahrzeug nicht nur optisch, sondern auch technisch auf einen aktuellen Stand zu bringen. Der Werbeslogan ist “Simply clever”. Und das sind auch die Gene, die in allen Modellen zu spüren sind: bezahlbar, geräumig und zuverlässig.skoda_octavia_1Wir waren Ende Januar 2013 zusammen mit anderen Autobloggern eingeladen, die neuesten Varianten zu testen. Die Kulisse war perfekt, mit dem Charterflieger ging es nach Faro im südlichen Portugal. Aber wir haben uns von der Sonne nicht blenden lassen und der Limousine einen kritischen Check unterzogen:

Die äußere Erscheinung
Sah ein Škoda früher von außen wie ein günstiges Fahrzeug aus, so ist der neue Octavia zum Hingucker geworden. Durchdachte Linien sorgen für sportliches Design und eine dynamische Linie. Bei der Farbwahl gibt’s eine umfangreiche Palette von 17 monochrome- und metallic-Tönen. Der Radstand ist verlängert und lässt den Wagen mit seinem coupehaften Ausdruck noch größer erscheinen. Dabei ist der Octavia mit einer Länge von 4,66 bereits ein echtes Dickschiff in der Kompaktklasse. Die Front ist dezent und aufgeräumt, nur die Xenon-Scheinwerfer sorgen für einen Funken Aggressivität. Aber rassig muss er auch gar nicht sein, denn er spricht den Vernunftsmenschen an. Und das gelingt ihm sehr gut.skoda_octavia_2Das Heck wirkt wie ein Mix aus Passat und A4. Aber das “mächtig große Badaboom” ist der Kofferraum. Mit 590 Litern stellt der Octavia selbst die Kombi-Kollegen der C-Klasse und des 3er Touring um mehr als 100 Liter in den Schatten. Erreicht wird dieses Platzwunder durch eine sich über das halbe Auto erstreckende Heckklappe. Eigentlich braucht bei diesen Abmessungen keiner mehr auf den Octavia Kombi warten, der im Mai erstmals vorgestellt wird.

Die inneren Werte
Drinnen gibt’s zuerst einmal mächtig viel Platz. Beinfreiheit vorne ist üblich, aber auch hinten können sich lange Kerle richtig ausstrecken, ohne gleich mit dem Knie durch den Vordersitz zu treten. Ein verdammt großes Plus für alle, die häufig mit mehr als 2 Personen unterwegs sein wollen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an sinnvollen Helferlein wie Haltenetze, Taschenhaken, Getränkehalter, einen wendbaren Kofferraum-Belag, eine Warnweste unter’m Vordersitz und einen Eiskratzer im Tankdeckel. Warum ist da vorher noch keiner drauf gekommen?skoda_octavia_3Darüber hinaus stehen eine Vielzahl von sinnvollen, jedoch aufpreispflichtigen Assistenzsystemen zur Verfügung. Ziel ist, das Auto fahren komfortabler und sicherer zu machen. Zuerst einmal sorgen bis zu 9 Airbags für ausreichend Schutz, wenn es denn mal knallt. Im Falle eines Einschlags stoppt die Multikollisionsbremse das Fahrzeug automatisch und verhindert so Folgeunfälle. Um es aber gar nicht erst soweit kommen zu lassen, hat der Octavia weitere sinnvolle Extras. So gibt es z.B. eine Müdigkeitserkennung, die am Fahrverhalten abliest, ob der Fahrer noch fahrtauglich ist oder besser eine Pause einlegen sollte. Clever ist außerdem der “Lane Assist”, der einen Crash durch Sekundenschlaf oder andere Ablenkungen verhindern soll. Sind die Hände nicht mehr am Lenkrad, dann hält das Fahrzeug für 15 Sekunden von alleine die Spur, bevor es den Fahrer mit einem Signalton auffordert, wieder zu übernehmen. Ist gleichzeitig der automatische Abstandhalter aktiviert, wird ein Unfall verhindert.skoda_octavia_4Mein Co-Pilot Robert hat den “Lane Assist” getestet und bei 120km/h auf der Autobahn einfach mal die Hände vom Lenkrad genommen. Und es hat prima funktioniert, der Octavia hat die Spur gehalten und ein Überfahren der Seitenlinie durch selbstständiges Gegenlenken verhindert. Abgerundet wird das Angebot der Assistenzsysteme mit der Verkehrsschilderkennung und dem Parkassistent.

Unter der Haube
Derzeit sind 8 Motor-Varianten verfügbar, 4 Diesel und 4 Benziner. Eine Erdgas-Variante soll nachgelegt werden:

Benzin
1.2 TSI / 63 kW (86 PS) als 5-Gang, nur manuelle Schaltung
1.2 TSI / 77 kW (105 PS) als 6-Gang manuell oder 7-Gang-Automatik (DSG)
1.4 TSI / 103 kW (140 PS) als 6-Gang manuell oder 7-Gang-Automatik (DSG)
1.8 TSI / 132 kW (180 PS) als 6-Gang manuell oder 7-Gang-Automatik (DSG)

Diesel
1.6 TDI / 66 kW (90 PS) als 5-Gang, nur manuelle Schaltung
1.6 TDI / 77 kW (105 PS) als 5-Gang manuell oder 7-Gang-Automatik (DSG)
1.6 TDI / 81 kW (110 PS) “GreenLine” als 6-Gang manuell
2.0 TDI / 110 kW (150 PS) als 6-Gang manuell oder 6-Gang-Automatik (DSG)

Auf unseren Testfahrten waren wir im 1.6 TDI und im 1.8 TSI unterwegs. Dabei kam der Benziner deutlich flotter aus dem Knick. Alles in allem ist der Octavia weniger der kraftvolle Sprinter, sondern eher der ausdauernde Langläufer. Die Beschleunigung sorgt kaum für einen “oha”-Effekt und auch die frei wählbaren Fahrprofile Sport, Eco, Normal oder Individual bringen nicht wirklich mehr Druck auf die Bahn. Freunde der rasanten Fortbewegung sollten auf das RS-Modell warten, welches in den Startlöchern steht.skoda_octavia_5Fazit
Der Škoda Octavia III setzt neue Maßstäbe in der Kompaktklasse. Von außen solide, schick und wertig, von innen voll mit kleinen, sinnvollen Helfern, ausreichend Connectivität und einer Vielzahl von Assistenten, die das Auto fahren angenehmer und sicherer macht. Da die meisten Extras als Sonderausstattung aufpreispflichtig sind, liegt der Preis für ein Neufahrzeug schnell bei 25.000 EUR, mit höherer Motorisierung und zusätzlichen Ausstattungsfeatures geht es auch Richtung 40.000 EUR. Trotzdem ist der Octavia III eine absolute Kaufempfehlung. Der Kofferraum und der Innenraum sind riesig und auch an die Umwelt wurde gedacht. In der Greenline-Version lässt sich ein theoretischer Verbrauch 3,4 Litern erreichen. Das entspricht einer Reichweite von über 1.500 Kilometern. Eine Tankstelle kriegt den Škoda also relativ selten zu sehen.skoda_octavia_6Es gibt kaum was zu meckern. Beim Panorama-Schiebedach hätten wir uns etwas mehr “Öffnung” versprochen. Und die Optik des Navigationssystems, welches modern im 8-Zoll-Touchscreen daherkommt, könnte etwas stylisher sein. Aber das sind Kleinigkeiten, die wir verzeihen können. Der Škoda Octavia III ist ein Vernunftsauto, von dem wir sicherlich noch sehr viel Positives hören werden.

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