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Tag der Legenden: Jaguar-Testfahren am Nürburgring


Als Legende wird man nicht geboren. Diesen Titel muss man sich hart erarbeiten und immer wieder behaupten. Jaguar ist eine Legende. Die Marke steht für britischen Motorsport, für markantes Design, für edle Haptik und für rassige Fahrzeuge. In den 90ern hat eine fragwürdige Modellpolitik dann dazu geführt, dieses Bild massiv zu verwässern. Aber nun kommt Jaguar zurück – und findet zurück zu alter Stärke. Der Wunsch nach Verjüngung bringt einige Modelle auf den Markt, die mit Sicherheit für Furore sorgen werden.

Wir waren von Jaguar Deutschland eingeladen, die aktuellen Modellreihe zu testen. Dazu ging’s Freitag Abend an den Nürburgring – eine perfekte Location, immerhin fand parallel der Oldtimer GrandPrix statt. Und so gab’s nach den “anstrengenden” Testfahrten noch einen leckeren Happen in der Jaguar Hospitality – mit Blick auf die legendären E-Types und andere historische Renner am Ring. Aber jetzt erstmal die Infos zu unseren Testwagen.

Jaguar XK 5.0 V8 Cabriolet


Wir begannen den Tag morgens um 9 Uhr mit 385 PS, für die man in der bereitgestellten Version gut 110.000 EUR berappen muss. Aber das Geld ist gut angelegt: der Innenraum ist perfekt verarbeitet und wirkt auf uns nicht überladen, sondern reduziert auf das Wesentliche. Wir öffnen das Dach in wenigen Sekunden, klappen das Windschott hoch und blubbern vom Hof in Richtung Nordschleife. Leider biegen wir aber nicht ab auf die schwerste Rennstrecke der Welt, sondern streifen geschmeidig durch die Berge und Wälder der grünen Hölle. Jaguar möchte mit den Autos die Optik einer zum Sprung ansetzenden Raubkatze erreichen. Mit dem Fahrverhalten schaffen Sie das beim XK ebenfalls. Wir cruisen entspannt über die Serpentinen in Richtung “Hohe Acht”.

Und sobald wir allein auf der Landstraße sind, tritt mein Lieblings-Beifahrer Stefan von benzinimblut.com das Gaspedal durch. Ohne Verzögerung springt das Biest nach vorne und mutiert vom streunenden Kätzchen zum angriffslustigen Raubtier. Die Schlappen krallen sich in den Asphalt und der Sound sorgt für Gänsehaut. Trotzdem sitzt die kaum noch vorhandene Frisur auch bei 100 km/h – innen bleibt’s windfrei.

Der Jaguar XK macht wirklich viel Spaß. Und gefällt auch von außen. Die Linien sind perfekt, die Bedienung der Elemente ist intuitiv und der Fahrspaß mit dem reinrassigen Sportler ist enorm. Lediglich bei der Bedienung des Navigationssystems sollte noch nachgebessert werden. Aber das verzeihen wir großzügig. Denn mit dem XK fährt man nicht (nur) von A nach B, sondern man tobt dem Sonnenuntergang entgegen.
Ach, eine Empfehlung haben wir aber doch: sollte sich jemand entschließen, das Geld für einen XK zu investieren, dann lohnt die Überlegung, nochmal gut 30.000 EUR draufzupacken und in’s oberste Regal zu greifen. Da steht der Jaguar XKR-S 5.0 L V8 Kompressor als Cabriolet. Mehr britischer Style mit motorsportlicher Attitüde ist kaum zu bekommen.

Jaguar XF 3.0 Diesel S

Mit dem zweiten Fahrzeug aus dem Test-Fuhrpark wurde es dann etwas beschaulicher. Das soll den XF auf keinen Fall schmälern, läutete er doch vor einigen Jahren die neue Optik der Jaguar-Modellreihen ein. Und der meistverkaufte aus der aktuellen Serie müsste er auch sein. Aber aus unserer Sicht hat er eben etwas weniger Eigenständigkeit als die beiden anderen. Flott ist auch auch, immerhin gibt’s bei der großen Diesel-Variante 275 PS zu einem Grundpreis von 53.99 EUR. Ein paar Fahrhilfen und optische Upgrades bringen unser Modell jedoch auf über 74.000 EUR. Das sollte man einkalkulieren, denn edles Interieur und kleine Helfer sorgen für deutlich mehr Sicherheit und Fahrfreude.

Die Tour führt uns durch die sonnige Eifel – welch seltene Kombi. Wir fühlen uns wohl im Nachfolger des S-Type. Der war nicht ganz so unser Fall. Zu altbacken war die Front, zu wenig rasant der ganze Auftritt. Anders beim XF. Die Frontpartie wirkt dynamisch, die Linie ästhetisch. Nach dem wuchtigen Ausritt mit dem XK erscheint uns die Fahrt diesmal eher gemütlich. Der XF liegt satt auf der Straße und sorgt mit edler Optik im Innenraum für reichlich Wohlfühl-Athmosphäre. Sollte ich mir aber mal selbst ein Modell zusammenstellen, dann würde ich auf Holz im Innenraum komplett verzichten und stattdessen Chrom und verschiedenfarbiges Leder kombinieren. Aber da sind Geschmäcker ja unterschiedlich.

Sehr gern hätte ich mir die bald auf den Markt kommende Variante “Sportbrake” angeschaut: ein Kombi auf Basis des XF. Aber momentan gehört dieses Modell noch nicht zur Testflotte.

Jaguar XJ 3.0 Diesel S

Ohne es zu wissen, haben wir das aus unserer Sicht Beste bis zum Schluss aufbewahrt. In den XJ wären wir gern eingezogen. Die Oberklasse-Limousine war für uns das Sahnehäubchen. Purer Luxus mit sehr viel Platz. Und dazu sportliches Fahrverhalten und reichlich Agilität. Das gute Stück hätten wir am liebsten mitgenommen. Dazu gefehlt haben in unserem Fall knapp 88.500 EUR. Aus unserer Sicht ein fairer Preis für so viel Auto, tummelt er sich doch auf der gleichen Wiese wie die Mercedes S-Klasse, der 7er BMW oder auch der Audi A8. Und da gehört er auch hin. Also, Tor auf und los:

Der Hintern des Boliden ist wuchtig, aber sexy. Uns gefällt das extrem gut. Der Kofferraum ist groß, aber nicht riesig. Ausreichend für’s Golf-Besteck oder einen Familienurlaub. Und den kleinen Beifahrern würde das Dickschiff ebenfalls gefallen, denn der Fond bietet ausreichend Platz. Und gegen Aufpreis auch ein TV-System in den Kopfstützen.
Aber wir wollen vorne sitzen und das Teil lenken. Beim Beschleunigen ist das Gewicht zu merken, der Sprung nach vorne erfolgt leicht verzögert. Das tut aber der Schnelligkeit keinen Abbruch. Wir cruisen durch die Felder und erfreuen uns an der sehr edlen Verarbeitung, die sichtbaren Leder-Nähten und dem vielen Platz. Wenn wir hätten wählen dürfen, dann hätten Stefan und ich wohl um den XJ knobeln müssen…

Fazit

Was für ein großartiger Tag! Ein tolles Ambiente am Nürburgring mit allerbester Betreuung und durchweg freundlichen, interessierten und unterhaltsamen Kollegen von Jaguar Deutschland. Wir freuen uns, dass der Weg in Richtung Online-Berichterstattung beim britischen Hersteller geebnet wurde. Und dazu 3 absolut unterschiedliche Fahrzeuge, bei denen aber der gemeinsame Absender durchaus zu erkennen ist. Wir hoffen, dass das Ziel, den durchschnittlichen Jaguar-Käufer von einem Alter knapp unter 60 auf Mitte 30 zu senken, Wirklichkeit wird. Denn wir wünschen uns mehr dieser Fahrzeuge auf unseren Straßen. Es bleibt eine Marke für Individualisten, aber sportliche Eleganz ist eine tolle Kombination. Und ich spare jetzt auf den XJ!!

Hier noch ein paar Impressionen:

Und das sagen andere Autoblogger zu den Jaguar-Testfahrten:

Disclosure: Jaguar Land Rover Deutschland GmbH hat mich zu diesen Testfahrten eingeladen und die Kosten übernommen. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung.

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